Gestern habe ich "Teufelsflut" von Colin Forbes ausgelesen. Was für ein unglaublicher Schrott! Eine völlig an den Haaren herbeigezogene Story um Supi-Dupi-Spezial-Agent Tweed. Für einen Thriller nicht spannend genug (überhaupt nicht spannend wenn man mal ehrlich ist) und für eine Parodie nicht lustig genug kann man den Roman eigentlich nur ertragen, wenn man ihn als Trash-Literatur versteht - aber ich fürchte der Mensch meint das ernst.
Tweed ist einfach nur gut und macht Jagd auf Dr. Goslar, "das Genie des Verbrechens" (bitte jetzt fürchten!) - der ist einfach nur böse, so böse, dass nicht nur wir uns vor ihm fürchten, sondern gleich die die ganze Welt, und ausserdem hat ihn überhaupt noch nie wer gesehen. Dabei jettet Tweed - ohne Jetlag - munter und unsinnig durch die Weltgeschichte, begleitet von seinen Getreuen, die auch allesamt sowas von gut sind.
In Tweeds Team befinden sich - und jetzt wird es interessant - auch einige Vertreterinnen des schwachen Geschlechts, die nicht nur ebenfalls ganz besonders gut sind sondern auch so aussehen. Die Damen sind einerseits genauso abgebrüht wie ihre männlichen Kollegen und räumen ihre Gegner ohne mit der Wimper zu zucken und so schnell aus dem Weg, dass selbst die Herren ins Staunen geraten. Andererseits werden sie von Tweed ständig wie Mimosen behandelt, denen zur Schockbekämpfung Tee mit ganz viel Zucker eingeflößt werden muss, wenn sie mal eine Leiche gesehen haben. Da es durchaus einige Frauen und einige Leichen zu versorgen gibt, führt Tweed praktischer Weise immer einen großen Vorrat in Thermoskannen mit sich. Für diejenigen, die immer noch nicht glauben, dass es sich tatsächlich um Frauen handelt, die da mitmischen, gibt es seitenlange Dialoge über die Schönheit von Blumendekorationen und darüber, wie gut es ist, doch die Fleece-Jacke angezogen zu haben - es ist ja doch empfindlich kühl geworden.
Aber nun will ich mal aufhören - lest doch selbst! Diese Story und ihre Charaktere sind an Absurdität kaum zu überbieten, und Colin Forbes hat sich mit diesem Werk bei mir als "schlechtester Autor" unvergesslich gemacht, und dieser Eindruck ist bestimmt nicht nur in der Übersetzung begründet...